Warum eine Geruchs- und Geschmacksschule?

In unserer heutigen Gesellschaft ist die Zeit knapp geworden. PommesFrites, Hot Dogs, Hamburger und Würstchen...Wir alle kennen diesen Trend. Es geht nun mal so wunderbar einfach und praktisch. Fünf Minuten und das Essen dampft auf dem Tisch. Wir zahlen aber einen hohen Preis für diese gesparte Zeit! Unsere Kinder werden auf einen sehr kleinen Teil ihrer möglichen Geschmackswahrnehmung beschränkt und konditioniert. Das sind hauptsächlich die Geschmacksknospen auf der Zunge und im Mundraum. Also süß, sauer, bitter und salzig. Aber auch die Wahrnehmungen knusprig und damit oft fett.

Die Akzeptanz der Mahlzeit ist mehr und mehr von Geschmacksverstärker, Glutamat, Farbstoffen und konzentrierten „künstlichen“ Aromen abhängig. Kräuter werden nicht mehr aus dem Garten geholt oder gekauft und das gesunde Gemüse ist (wie die Lebensmittelindustrie behauptet) praktisch und modern gleich in der Tüte mit drinnen. Die natürliche Vielzahl der Gerüche und Aromen bleibt auf der Strecke.                                            Die Nase wird nicht mehr gebraucht und der so leistungsstarke Geruchssinn des Menschen befindet sich im Niedergang…

Längst steuern Organisationen und Verbände, wie zum Beispiel Slow Food oder unzählige Bio- Läden dagegen und als mündige Verbraucher können wir in unserem Wirkungskreis auch Einfluss nehmen, aber warum eigentlich nicht einmal an einem Kurs über den Geruchs- und Geschmackssinn teilnehmen? Oder an einem Sensorikseminar, wo Geschmacksqualitäten, Frische und Geruchsnuancen gelehrt werden?                                      Woraus setzt sich das Aroma zusammen und wie kann man mit einer Mahlzeit die verschiedenen Geschmackswahrnehmungen des Mundes und der Nase ansprechen?  Hier haben Sie die Gelegenheit...

Die Bedeutung des Geruchssinnes, besonders in den ersten Jahren eines Menschen wurde seit vielen Jahren gering geschätzt oder einfach nicht verstanden.  Was das für die sinnliche, emotionale und geistige Entwicklung von Kindern bedeutet ist noch gar nicht abzusehen.

Die internationalen Ergebnisse der Wissenschaftler zeigen, dass der Geruchssinn unser innerstes Selbst betrifft:

Emotion und Geruch

Erinnerung und Geruch

Konzentrationsfähigkeit, Lernen und Geruch

Psychische Befindlichkeit und Geruch

Persönlichkeitsentwicklung und Geruch

Mit der Gründung der Geruchs- und Geschmacksschule und meinen verschiedenen Angeboten möchte ich dazu beitragen diesen Sinnen in der Öffentlichkeit mehr Raum und Aufmerksamkeit zu geben.

Das Riechen ist wichtiger als uns bewußt ist!                   

Die durchschnittliche Konsumzeit von Fernsehstunden liegt in Deutschland bei 5,5 Stunden täglich. Um 22 Uhr sitzen in Deutschland noch 800.000 Kindergartenkinder vor dem Fernseher. Von anderen Auswirkungen für die seelische und körperliche Entwicklung der Kinder mal ganz abgesehen, werden ihnen hier die so eminent wichtigen Geruchserfahrungen vorenthalten.                                                                           Das Problem zeigt sich auch, seit langem im Bereich der Ernährung deutlich an unseren Schulen. Durch fehlende Ballaststoffe und falsche Ernährung haben die Schüler starke Schwankungen im Blutzuckerwert und sind damit nicht ausgeglichen leistungsfähig sondern unkonzentriert. So weit ist das Problem einigermaßen bekannt… Aber der Geruchssinn ist unser vergessener Sinn.  
Da sich ein sehr großer Anteil der Geruchswahrnehmung unserem rationalen Denken entzieht und sich eher in unserem „Emotionalen Ich“ auswirkt, hielt man das Riechen nicht mehr für so wichtig, eher für ein Überbleibsel unserer evolutionären Entwicklung das heute einfach nicht mehr so gebraucht würde. Diese tiefer liegenden, älteren, so genannten limbischen Hirnstrukturen bestimmen aber heute (wie die Werbeindustrie schnell erkannt hat und bewusst einsetzt) immer noch einen sehr großen Teil unseres Handelns.